Haut und Haare: Was sich verändert und was guttut
Das Schönheitsgeheimnis der Hormone
Bisher hat unser Östrogen heimlich, still und leise einen tollen Job gemacht. Es fördert die körpereigene Bildung von Kollagen, unterstützt die Feuchtigkeitsspeicherung, trägt zur Elastizität, Spannkraft und sogar zur Wundheilung bei. Auch unsere Haare lieben das Hormon: Es stimuliert die Haarfollikel und trägt zu einer längeren Wachstumsphase und Lebensdauer der Haare bei. Wenn der Östrogenspiegel abfällt, verändert sich das hormonelle Gleichgewicht zugunsten der Androgene, also den männlichen Geschlechtshormonen. Diese Verschiebung bringt Entwicklungen mit sich, die mich anfangs echt verunsichert haben.
Welche Hautprobleme bei mir und anderen auftreten
Ein Blick auf die typischen Hautprobleme zeigt, wie vielfältig die Veränderungen in den Wechseljahren sein können:
- Trockenheit: Die Hautspannung nimmt spürbar ab und viele von uns klagen über extrem trockene Haut. Das ist ein typisches Zeichen für den sinkenden Östrogenspiegel.
- Juckreiz: Weil die Feuchtigkeit schwindet, entsteht schnell ein lästiges Gefühl von juckender Kopfhaut.
- Unreinheiten & Akne: Eine plötzlich großporige und phasenweise richtig unreine Haut verwirrt viele – schließlich dachten wir, Pickel seien ein Teenager-Problem!
- Pigmentstörungen: Häufig können sich nun auch sogenannte Melasmen, also hormonell bedingte Pigmentflecken, zeigen, die durch die Hormonumstellung begünstigt werden.
Wenn die Frisur streikt: Meine Haare in der Menopause
Aber nicht nur die Haut, auch unsere Haare reagieren sensibel auf den Wandel. Und kaum ein Thema belastet Frauen so sehr wie das Thema Haarausfall. Als ich ihn bei mir bemerkte, war meine erste Frage: Was tun? Durch meine Ärztin habe ich gelernt, dass man zunächst die Ursachen verstehen muss. Zwar können oft Hormone der Auslöser für Haarausfall sein, aber es gibt noch andere Gründe. Meine Ärztin schaute erst einmal: Was fehlt dem Körper vielleicht noch? Häufig können es auch fehlende Mikronährstoffe wie Zink oder Eisen sein. Aber auch eine Schilddrüsenunterfunktion sollte gegebenenfalls abgeklärt werden.
Während wir auf dem Kopf vielleicht über Haarausfall klagen, bemerken viele von uns ein verstärktes Haarwachstum im Gesicht. Auch ich zupfe mittlerweile öfter mal am Kinn herum, um dem typischen Damenbart entgegenzuwirken.
Was hilft unserer Haut jetzt besonders?
Ich habe für mich gelernt, dass ich selbst einiges tun kann, um mich in meinem Körper wieder wohler zu fühlen. Hier ein paar Tipps:
- Cremen, cremen, cremen: Ich habe gemerkt, dass eine sehr reichhaltige Pflege für meine Haut jetzt absolute Pflicht ist.
- Sonnenschutz: starke Sonneneinstrahlung meide ich mittlerweile und trage immer einen Sonnenschutz auf.
- Eine gesunde Ernährung: Ich versuche jetzt bewusst, mehr Carotinoide, wie z. B. Lycopin, das in Tomaten oder Hagebutten vorkommt, in meinen Speiseplan einzubauen. Sie unterstützen die Zellerneuerung und tragen dazu bei, die Haut straff und elastisch zu halten.
- Das Rauchen aufgeben, auch wenn es schwerfallen sollte.
Wie ich meine Haare unterstütze:
Meine Friseurin riet mir, neben der ärztlichen Abklärung des Haarausfalls, auch schädigende Pflegepraktiken zu meiden und auf extreme Zugfrisuren sowie starke Reibung durch Haarbänder zu verzichten. Zur Behandlung von trockenem Haar haben mir sehr milde, feuchtigkeits-spendende Shampoos ohne aggressive Tenside geholfen.
Mein persönliches Fazit
Mein Äußeres verändert sich und ich lerne gerade, das als völlig normal anzunehmen. Diese Schwankungen sind Teil meines natürlichen Älterwerdens. Für mich bedeutet diese Phase keinen Verlust meiner Weiblichkeit. Es ist vielmehr ein neuer Lebensabschnitt, in dem ich lernen darf, noch besser auf meine Bedürfnisse zu achten und mich in meiner Haut weiterhin rundum wohlzufühlen.